Gütersloh

Alentejo – unberührtes Portugal

Die im Süden Portugals liegende Region „Alentejo“ ist sehr ursprünglich und weitgehend bei Touristen unbekannt, obwohl sie ca. ein Drittel der Fläche Portugals ausmacht.

Ich durfte das landschaftlich wunderschöne Gebiet mit seinen vielen sanften Hügeln und Korkeichen kennenlernen: Hier stört nichts die Erholung der Sinne.

Nach der Anreise mit der TAP nonstop von Düsseldorf nach Lissabon, haben wir uns bei schönstem Sonnenschein auf eine Rundfahrt mit dem Bus durch die portugiesische Metropole aufgemacht, um die wichtigsten Orte kurz zu besuchen: Die prachtvolle Avenida Liberdade, das Seefahrerdenkmal, das Hieronymuskloster und den Stadtteil Belem mit seinen kachelverzierten Häusern und dem bekannten Turm „Torre de Belem“. Bei einer kurze Kaffeepause gab es auch die typisch portugiesischen „Pasteis de Nata“ (kleine Puddingtörtchen) zum probieren, die erstmals in einer Konditorei in Belem von Mönchen gebacken wurden.

Am Nachmittag haben wir Lissabon über die berühmte „Ponte de 25 Abril“, eine der Golden Gate Bridge sehr ähnlichen Hängebrücke über den Tejo, verlassen und uns in die südlich von Lissabon gelegene Region „Setubal“ begeben. Hier gab es eine Kostprobe des portugiesischen Dessertweins „Moscatel“, der hervorragend mit dem milden portugiesischen Schafmilchkäse harmoniert.

Die erste Nacht haben wir dann in der „Pousada Castelo Alcacer do Sal“, einem ehemaligen Kloster, verbracht. Am nächsten Tag haben wir den „Praia da Comporta“ besucht, einen atemberaubenden Sandstrand, der fast schon karibisch anmutet und dabei noch sehr wenig von Touristen besucht wird – also ein echter Geheimtipp!

Später ging es weiter nach Evora, weit ins Landesinnere. Das historische Zentrum wurde zum Weltkulturerbe erklärt. Man findet hier sehr viele Spuren der portugiesischen Geschichte, so war Evora lange Zeit die heimliche Hauptstadt und Sitz der portugiesischen Könige. Besonders sehenswert sind die beeindruckende Kathedrale, von deren Turm man einen wunderschönen Ausblick über die Stadt und das Umland hat, und die Knochenkapelle, deren Wände aus menschlichen Gebeinen bestehen.
In Evora gibt es mehrere empfehlenswerte Hotels und gute Restaurants. Die Küche des Alentejo ist bekannt für Schweinefleisch, sehr gutes Olivenöl und verschiedene Käsesorten. Oliven und Pilze gehören zu jeder Vorspeise.

Schließlich führte uns unsere Reise weiter nach Montsaraz, fast bis an die spanische Grenze. Das historische Dörfchen befindet sich auf einem Hügel, so dass man von jeder Stelle des Ortes einen atemberaubenden Ausblick auf das Land hat. Der Ort hat heute noch eine durchlaufende geschlossene Stadtmauer und gut erhaltene historische kleine Häuser. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Bei einem Spaziergang durch kleine Gassen fühlt man sich wie in einer längst vergangenen Zeit gefangen.

Auf der Fahrt durch die Landschaft des Alentejo passiert man immer wieder kleine Dörfer mit Zitronenbäumen und wunderschön blühenden Büschen. Dazwischen ist die Landschaft von weichen Hügeln geprägt auf denen viele Störche zu beobachten sind.
Zum Landschaftsbild gehören die Korkeichen, die Portugal zum weltweit führenden Korkproduzenten gemacht haben. Sicher findet jeder ein passendes Souvenir aus Kork, das man als Erinnerung mitnehmen oder verschenken kann.

Nachdem wir unsere letzte Nacht in der Nähe von Evora im modernen „Tivoli Ecoresort“ verbracht haben, wo wir auch Gelegenheit hatten, den gut ausgestatteten SPA-Bereich zu besichtigen, führte uns der Rückweg nach Lissabon über die 17 KM lange „Ponte Vasco da Gama“. Die Fahrt über diese Brücke ist ein echtes Erlebnis und sicher die schönste Zufahrt nach Lissabon.

Dann hieß es leider wieder Abschied nehmen!

Mit vielen wunderbaren Eindrücken und Erlebnissen im Gepäck sind wir wieder in Deutschland gelandet. Unsere Tour durch das „Alentejo“ hat eine Neugier auf Portugal entfacht, denn das Land hat doch so viel Unbekanntes zu bieten.

Ate a proxima, bis zum nächsten Mal !

Ihre Nicola Portmann